Kiesabbau Hunteburg: CDU/FDP knicken ein

Niederlage für Mensch und Natur – Schaden für unsere Region. Kiesabbau Hunteburg: CDU/FDP knicken ein!

Wie in der vorletzten ELK Ausgabe zu lesen war, hat die CDU/FDP-Mehrheit im Verwaltungsausschuss der Gemeinde Bohmte entschieden, auf eine Klage gegen die Ersetzung des Einvernehmens durch den Landkreis Osnabrück zum Kiesabbau in Hunteburg zu verzichten. Grundlage für diese Entscheidung gegen die Stimmen von Bündnis90/Die Grünen und SPD waren fadenscheinige Argumente: Die drohende Gefahr hoher Gerichtskosten oder mögliche Schadensersatzansprüche der Betreiberfirma gegen die Gemeinde bei weiterer Verzögerung des Kiesabbaus. Fadenscheinig unter anderem deshalb, weil dieses Szenario von genau dem Rechtsbeistand konstruiert wurde, der bereits im Vorfeld der Gemeinde fälschlicherweise gesagt hatte, dass die Gemeinde enteignet werden könnte, wenn sie die Flächen im geplanten Kiesabbaugebiet nicht verkaufen würde (Hierzu hatte sich ja bereits die SPD im letzten ELK ausführlich geäußert).

Die Gemeinde stellt es in ihren Ausführungen im ELK so dar, als ob sie keinerlei weitere Möglichkeiten hätte, sich gegen das Kiesabbauunternehmen und gegen den Landkreis zu wehren. Doch es handelt sich hier schlicht und einfach nur um die Haltung der Mehrheit im Rat und im Verwaltungsausschuss zum Kiesabbau. Hier ist die Hoffnung auf eine billige Dorferneuerung in Hunteburg eher der tragende Gedanke als die Interessen der Hunteburger Bürgerinnen und Bürger und des Naturschutzes. Aber wie naiv ist es eigentlich, eine Dorferneuerung mit dem Kiesabbau zu verbinden, diese sogar durch das betreffende Unternehmen bezahlen zu lassen, nur um die tonnenschweren mit Kies beladenen LKWs täglich zu hunderten durch ein rundum erneuertes Dorf fahren zu lassen, besser gesagt,  es wieder kaputt fahren zu lassen?

Die Argumente gegen den Kiesabbau liegen doch auf der Hand:  Riesige Mengen von Kohlendioxid, die im Torf gespeichert sind, werden durch den Abbau freigesetzt  (also nicht nur aus Artenschutzgründen sondern auch aus Klimaschutzgründen ist ein Abbau unverantwortlich). Von einer Gefährdung des Grundwassers bzw. der Trinkwasservorkommen ist ebenfalls auszugehen. Die Vorstellung von CDU und FDP, den Torf- und Kiesabbau dauerhaft auf die 70,6 ha der im Flächennutzungsplan ausgewiesenen gesamten Kiesabbaufläche von ca. 1100 ha begrenzen zu können, halten wir aufgrund der Erfahrungen mit dem Kiesabbau am Niederrhein für unrealistisch. Wenn erst einmal der Torf- und Kiesabbau auf den 70,6 ha beginnt, bekommt Hunteburg nach den vorgesehenen 30 Jahren weiterhin die negativen Folgen zu spüren, weil ein einmal begonnener Kiesabbau erfahrungsgemäß weitergeführt wird.

Die CDU/FDP-Fraktion ist nach wie vor gewillt, die gemeindeeigenen Flächen im geplanten Abbaugebiet an das Kiesabbauunternehmen zu verkaufen. Wie glaubwürdig sind angesichts dieser Tatsache die bisherigen Versuche der Gemeindeverwaltung, die Genehmigung für den  Kiesabbau in Hunteburg verhindern zu wollen?
Falls der Streit um den Kiesabbau verloren gehen sollte, muss unserer Ansicht nach die Gemeinde alles tun, um die Folgen einer solchen Fehlentscheidung zu mildern. Die Grünen werden deshalb dem Verkauf der Grundstücke der Gemeinde an das Kiesabbauunternehmen nicht zustimmen.

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Hunteburg!
So wie Ihr Dorf heute ist, wird es nicht mehr sein, wenn der Kiesabbau kommt. 30 Jahre lang werden Sie und Ihre Familien dieser Belastung ausgesetzt sein, mehr Verkehr, mehr Staub, mehr Lärm. 30 Jahre lang exzessive Landschaftszerstörung und Eingriffe in das Ökosystem. 30 Jahren lang wird die heutige dörfliche Struktur zerstört werden.
Die BI Erhaltet Hunteburg hat in der letzten Veranstaltung zeigen können, was der Kiesabbau für  Hunteburg bedeutet. Der Schwerlastverkehr wird enorm zunehmen, die Natur unwiederbringlich zerstört, der gesamte Lebensraum von Mensch und Natur in und um Hunteburg negativ verändert!

Warten Sie nicht, bis es zu spät ist! Alle sollen und können sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzen. Keiner wird in ein paar Jahren sagen können, er hätte davon nichts gewusst, niemand hätte ihn gewarnt. Es gab genug Veranstaltungen und Leserbriefe zum geplanten Kiesabbau in Hunteburg und zur Haltung der CDU/FDP-Mehrheit im Rat der Gemeinde zu dieser Thematik!

Umwelt und Naturschutz sind Themen, die jeden etwas angehen, egal welcher Partei, welcher Nationalität man angehört oder welche Hautfarbe man hat. Bei diesen Themen sollten wir uns ohne „wenn“ und „aber“ engagieren. Die Natur ist ein einmaliges Gut, sie ist elementar, sie erhält uns alle am Leben – sie IST das Leben. Ob wir alle wollen oder nicht, wir müssen gemeinsam dafür kämpfen. Denn wenn wir es nicht schaffen, die Natur zu erhalten, werden alle die Folgen tragen müssen!
Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur.
Münever Stucke
Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Bohmte